Was fördert das Gelingen von generationenübergreifenden Projekten? Welche Voraussetzungen müssen überhaupt geschaffen werden?

 

KONTAKT:

Überhaupt in Kontakt kommen: es muss Räume geben, wo sich Generationen unkompliziert begegnen können. Intergenerationeller Dialog braucht Räume und Orte, in denen er zu Hause ist und seine heimat- und vertrauensstiftende Kraft entfalten kann. Gerade vor Ort müssen Gemeinschaftsräume und Orte der Begegnung aller Generationen entstehen: zentrale Begegnungsorte wie z.B. Mehrgenerationenhäuser, Räume in den verschiedenen Einrichtungen, aber auch  etc. : jeder muss sich angesprochen fühlen.

 

ECHTHEIT und AUTHENZITÄT: authentisches Verhalten äußert sich durch die der Übereinstimmung von Reden, Handeln, Gefühlen oder Denkweisen einer Person. Um authentisch und „echt“ zu sein und zu bleiben, muss der Einzelne sich auch selbst reflektieren können und sich seiner Wurzeln, Werte und Einstellungen, dem was seine Identität ausmacht bewusst sein. Ein authentischer Mensch strahlt aus, dass er zu sich selbst steht, zu seinen Stärken und Schwächen.

Er ist gewissermaßen im Einklang mit sich selbst und das spürt auch die Umwelt und macht dann die Begegnung, den Austausch und die Zusammenarbeit leichter – unabhängig vom Alter. Dies zeigen auch die positiven Reaktionen von jungen Menschen auf Zeitzeugenprogramme. 

 

VERTRAUEN und BEREITSCHAFT ZUR ZUSAMMENARBEIT: sich vertrauensvoll begegnen, Vertrauen haben, einander die Hand reichen, Vorurteile überwinden und offen für den anderen zu sein, sind wichtige Grundvoraussetzungen für das Miteinander. Die Begegnung kann Wagnis sein und kann nur gelingen, wenn beide Seiten die Begegnung und das Miteinander wirklich wollen und einander vertrauen. Beide Seiten müssen die Sinnhaftigkeit der Begegnung erkennen bzw. erleben.

 

 

OFFENHEIT und BEGEGNUNG AUF AUGENHÖHE: ein „offener“ Blick auf den anderen und eine Begegnung auf Augenhöhe sind zentral wichtig. Es gilt, den anderen wirklich wahrnehmen und zu „sehen“. Es braucht den Respekt vor dem anderen, wobei Respekt keine Einbahnstraße ist. So wird von jungen Menschen oft beklagt, dass ihnen Ältere nicht auf Augenhöhe und ohne Respekt begegnen, d.h. ein differenzierter Blick auf junge Menschen und ihre Kultur ist notwendig. Der intergenerationelle Dialog muss durch grundsätzliche Offenheit für den anderen und für das Fremde, das Unbekannte im anderen gekennzeichnet sein.  Beide Seiten müssen sich auf ihre bekannte Sicherheiten verlassen, um sich ganz auf den Anderen einzulassen, ohne uns selbst zu verleugnen.

 

 

TOLERANZ: grundsätzlich müssen beide Seiten Respekt vor dem Anderssein des anderen haben, die Andersartigkeit und Unterschiedlichkeit des anderen zu akzeptieren und sich gegenseitig als gleichwertig zu betrachten. Dazu gehört auch, Andere auch dann akzeptieren zu können, wenn diese eine andere Einstellung oder ein andersartiges Aussehen haben (Akzeptanz)

 

 

 

 

KOMMUNIKATION: um die unterschiedlichen Generationen bzw. Menschen zu erreichen, müssen passende Kommunikationswege gefunden werden. Es lassen sich schon sehr unterschiedliche Kommunikationsformen erkennen, die von den Generationen unterschiedlich genutzt werden. Werden für die ältere Generation das persönliche Gespräch von Angesicht zu Angesicht und schriftlich festgehaltene und physische Dokumentationen (z.B. in Buchform) wichtig sind, kommunizieren mittlerweile fast alle jungen Menschen vorwiegend über soziale Medien.

Aber auch die Kommunikation miteinander bedarf Veränderungen: Ein grundsätzlicher Tipp ist, mehr Fragen stellen, statt schnelle Antworten geben. Gerade junge Menschen mögen es nicht, ständig „belehrt“ zu werden.

 

 

EMPATHIE und ZUHÖREN: wahrhaftige Zuwendung und Neugierde am Anderen zeigt sich vor allem in der Fähigkeit, aktiv zuzuhören, neugierig aufeinander zu sein und dem anderen wirkliches Interesse entgegenzubringen. Dabei ist es essentiell, sich in die in die Situation der jeweils anderen Generation einfühlen zu können, sich in die Perspektive des anderen hineinversetzen zu können und entsprechend zu handeln.

 

LEBENSLANGES LERNEN: auf beiden Seiten braucht es die Bereitschaft, was Neues zu lernen und sich auf neue Kommunikationsformen einzulassen. Vor allem die ältere Generation sollte sich nicht den technischen Möglichkeiten, dem Internet und den sozialen Medien verschließen: wenn sie mit der jüngeren Generation in Kontakt bleiben möchten, ist oft die Nutzung von Email, WhatsApp, Skype und Ähnliches Voraussetzung.

KOOPERATION: es braucht die Bereitschaft wirklich ZUSAMMEN zu arbeiten, d.h. die „Expertise“ und Erfahrung des anderen wertschätzen und als Team zusammen arbeiten.

 

GEMEINSAME PROJEKTARBEIT: intergenerationelle Projekte funktionieren dann am besten, wenn verschiedene Generationen gemeinsam in der Projektplanung und –umsetzung eingebunden sind.

Wichtig ist dabei, dass die Älteren nicht als „Experten“, sondern als „Anfänger“ des generationenübergreifenden Dialogs auftreten.

 

 

GEDULD: damit generationenübergreifende Zusammenarbeit klappt, braucht es auf beiden Seiten Geduld. Es gilt für beide Seiten, sich Zeit lassen und nehmen.

 

 

 

AMBIGUITÄTSTOLERANZ: Menschen haben oft widersprüchliche Bedürfnisse und Erwartungen, die sich zum Teil gegenseitig ausschließen. Auch kommt es im Miteinander auch zu Situationen, Verhaltensweisen, Kommunikation, die vieldeutig ausgelegt werden können und zu Unsicherheiten und Widersprüchen führen. Daher braucht man die  Fähigkeit, die Vieldeutigkeit, die Widersprüchlichkeit – auch die eigenen Widersprüchen und die damit verbundenen Unsicherheiten zu erkennen und aushalten zu können.

 

 

 

 

  FRUSTRATIONSTOLERANZ:

Das Miteinander der Generationen kann auch zu Frustrationen führen, weil mein Gegenüber sich nicht so verhält, nicht so redet und denkt wie ich bzw. andere Meinungen vertritt, die Dinge anders regeln will als ich und vielleicht auch andere Prioritäten setzt bzw. Werte hat als ich. Daher ist es wichtig, dass man die Fähigkeit hat bzw. entwickelt, überhaupt mit Enttäuschungen fertig zu werden (Frustrationstoleranz), wenn die Projekte und Aktionen nicht so laufen, wie ich mir das vorgestellt habe.