Welche gesellschaftlichen Veränderungen beeinflussen das Miteinander der Generationen und müssen daher bei der Organisation von generationenübergreifenden Projekten beachtet werden?

 

Wir leben in schnelllebigen Zeiten, Veränderungen, Prozesse, der Zugang zu Informationen, Reisen, Transport und die Kommunikation werden schneller. Es wird von den Menschen erwartet auf alles sofort und unmittelbar zu reagieren. Diese Schnelllebigkeit ist vor allem für viele ältere Menschen problematisch, weil sie mit dem Tempo nicht mehr mithalten und Neues nicht mehr so schnell lernen können bzw. wollen.

 

Damit wandelt sich auch das Miteinander der Generationen: in traditionellen, sich nur langsam entwickelnden Gesellschaften war es die bestimmende Rolle der Älteren, ihr Berufs- und Lebenswissen an die jüngere Generation weiterzugeben. Das ist in der heutigen Zeit nicht  mehr so gefragt, da „Wissen“ viel schneller veraltet als früher. Aufgrund der rasanten technologischen Entwicklung ist Vieles, was man heute lernt, schon in kürzester Zeit überholt. Schon jetzt gehen Wissenschaftler davon aus, dass ein Großteil der heutigen Grundschüler in 15 Jahren in Berufen tätig sein wird, die wir heute noch gar nicht kennen.

 

 

 

Den Älteren geht es oft zu schnell, den Jüngeren zu langsam … und es fehlt oft an Geduld und Willen, sich auf die unterschiedlichen Geschwindigkeiten – und die Vorteile beides bringt - einzulassen.

 

 

Weiterhin ermöglicht das Internet einen einfachen, unkomplizierten Zugang zu globalem Wissen. Die Dokumentation, Verbreitung und Bedeutung von Wissensinhalten ändern sich: statt in einem Buch nachzulesen, in einer Bibliothek zu recherchieren, gibt man kurz eine Suchanfrage bei Google oder Wikipedia ein. Die Halbwertszeit und der Wert von Informationen sinken

 

 

Auch die Formen der Kommunikation ändern sich immer schneller: d.h. wie die Menschen miteinander kommunizieren, auf welchem Weg man sie erreicht wird immer komplexer, individualisierter – und analoges, aber auch digitale Kommunikation wird dadurch nicht einfacher. Die ständige digitale, mobile und soziale Interaktion prägen den Alltag und das Denken der jungen Menschen, ein Leben ohne ihr Smartphone ist für viele nicht mehr vorstellbar. 

 

Die Welt von morgen wird noch komplexer sein als die von heute. Dabei ist die Welt von heute schon jetzt sehr komplex für den Einzelnen – weil man durch das Internet meist kostenlosen Zugang zu globalen Wissen hat, weil sich globale Zusammenhänge viel schneller auch auf das Leben des Einzelnen auswirken bzw. der einzelne Mensch nun in Konkurrenz zu Menschen aus der ganzen Welt steht, da unsere Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft etc. global vernetzt ist und man von jedem Ort aus viele Arbeiten erledigen kann.

 

 Und weitere Entwicklungen darf man auch nicht unterschätzen: die Generation der Senioren ändert sich: sie sind in der Regel viel und länger gesünder, mobiler, aktiver und wollen noch die Gesellschaft mitbestimmen, gestalten und sich nicht nur auf ihre Rolle als betreuende Großeltern reduzieren lassen. Immer mehr möchten oder müssen auch noch nach Renteneintritt arbeiten. Bei vielen ist der Spaß an der Arbeit und die Möglichkeit sich dadurch körperlich und mental fit zu halten Hauptmotivation. Aber bei einem großen Teil ist es auch die Notwendigkeit, sich etwas neben der Rente dazuzuverdienen.

 

Und was bedeuten diese Veränderungen auf das Miteinander der Generationen?

 

Ein konstruktives Miteinander und Lernen der Generationen ist grundsätzlich nur dann möglich, wenn allen Beteiligten klar ist, dass man einander braucht und voneinander profitieren und lernen kann. Neu ist, dass intergenerationelle Lernbegegnungen „pädagogisch bewusst initiiert und organisiert werden müssen. D.h. den Organisatoren dieser Begegnungen kommt eine zentrale Bedeutung zu. Sie müssen nicht nur auf die unterschiedliche Bedürfnisse und Erwartungen der unterschiedlichen Generationen eingehen, sondern auch die unterschiedlichen Formen von Kommunikation, Verhalten, Wissenserwerb und –weitergabe, Arbeitsweisen etc. berücksichtigen, wenn ihre generationenübergreifenden Projekte erfolgreich sein wollen.

 

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